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Zertifikatshandel beim Ökostrom: Wie Sie regenerative Energieträger wirklich unterstützen

by OVISTO Dezember. 18, 17 3 Comments

100% Ökostrom finden

Um der Umwelt etwas Gutes zu tun, wechseln viele Menschen zu einem Ökostrom-Tarif. Die Kosten liegen zwar ein wenig über den Angeboten für konventionell erzeugten Strom, dafür wird die Energie vermeintlich ohne eine Belastung des Klimas erzeugt – häufig ein Trugschluss. Doch woran können Sie echten Naturstrom erkennen?

Etikettenschwindel durch Zertifikatshandel

Die erste Problematik ergibt sich daraus, dass „Ökostrom“ keine geschützte Bezeichnung ist. Durch den Handel mit Zertifikaten ist es problemlos möglich, scheinbar umweltfreundlich erzeugten Strom zu vermarkten, ohne ihn zu produzieren. Mithilfe des Handels von Stromzertifikaten können auch Anbieter Ökostrom mit ins Portfolio übernehmen, die sich an der Energiewende kaum beteiligen. Ein Beispiel liefert der Energieerzeuger RWE: nur 5 % des selbst erzeugten Stroms werden aus erneuerbaren Energien hergestellt. Selbst diese geringen Anteile entstammen alten und damit längst abgeschriebenen Wasserkraftwerken. Prinzipiell ist der Betrieb alter Wasserkraftwerke natürlich unproblematisch, leider wird somit aber kein Beitrag zum Gelingen der Energiewende geleistet. Trotzdem hat RWE Tarife im Portfolio, die ausschließlich Ökostrom liefern sollen. Möglich wird dies durch das System der RECS-Zertifikate. Diese Zertifikate für grünen Strom können einfach von einem Ökostromanbieter verkauft werden. Der Ökostromanbieter vermarktet seinen eigenen Strom hingegen als konventionelle Energie. RWE vertreibt die selbst aus Atom- und Kohlekraftwerken erzeugte Energie als ökologisch nachhaltig. Dadurch wird der Umstieg auf erneuerbare Energien allerdings keinesfalls vorangetrieben. Als Verbraucher subventionieren Sie durch diesen Etikettenschwindel letztlich eher konventionell erzeugten Strom.

Auf Ökostromsiegel achten

Wie ist es aber möglich, tatsächlich regenerative Energieträger zu unterstützen? Achten Sie bei der Wahl des Stromanbieters auf entsprechende Gütesiegel. Die Siegel „ok-power“, „Grüner Strom“ sowie das TÜV-Siegel weisen nach, dass die angebotene Energie tatsächlich der Energiewende nützt, indem die erzielten Einnahmen dazu genutzt werden, den Ausbau erneuerbarer Energien voranzutreiben. Nach Möglichkeit sollten Sie allerdings weiterhin hinterfragen, aus welchen Quellen die Energie stammt: problematisch ist unter Umständen auch Grüner Strom, wenn Biomasse genutzt wird. Durch einen Anstieg der Rohstoffpreise von Mais oder Weizen schaden Sie damit den Menschen in den ärmeren Regionen der Welt.

Welche Anbieter von Ökostrom empfehlenswert sind

Besondere Empfehlungen gibt die Kampagne „Atomausstieg selber machen“, die durch einen Zusammenschluss verschiedener Umweltverbände ins Leben gerufen wurde. Aus ökologischer Sicht ratsam, ist dem Aktionsbündnis zufolge der grüne Strom von „Greenpeace Energy“, „Naturstrom und „Lichtblick“ – wobei diese Aufzählung natürlich nicht vollständig ist. Die Kosten für Ökostrom halten sich übrigens auch in Grenzen, gegenüber dem Tarif der Standardversorgung des örtlichen Anbieters können Sie bei grünem Strom häufig sogar noch etwas sparen. Die „gelabelten“ Tarife sind sogar oft günstiger als die Energieerzeugung aus gänzlich konventionellem Strom. Der Wechsel ist übrigens problemlos online möglich, der neue Anbieter kümmert sich um die Kündigung des alten Tarifs. Dafür ist allerdings Voraussetzung, dass keine noch zu erfüllende Vertragslaufzeit beim alten Stromversorger besteht; in diesem Fall müsste vorher eine Kündigung verschickt werden.

Fazit: Einfacher Anbieterwechsel lässt Umwelt profitieren

So zeigt sich am Ende: Durch die Wahl eines Ökostrom-Tarifs können Sie Ihren Beitrag zum Gelingen der Energiewende in Deutschland leisten. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass Sie auf ein entsprechendes Gütesiegel achten. Tief in die Tasche greifen müssen Sie für die nachhaltige Stromproduktion nicht; ein umfangreicher Anbietervergleich fördert günstige Tarife zutage.

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